Von Rabenmama zu Rabenmama

Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogparade „Und täglich grüßt die Rabenmutter“ von Marianne Rott, Mutter- und Kindflüsterin von Mia Anima.

Als mich Marianne zum ersten Mal fragte ob ich denn mitmachen möchte, zögerte ich ein wenig. Mich selbst als Rabenmama zu bezeichnen… ? Hm… Bei ihrer zweiten Anfrage sagte ich nach reiflicher Überlegung gerne ja. Warum? Erfährst du in meinem Artikel, also lies liebend gerne weiter 🙂

Hiermit möchte auch ICH mich als Rabenmama vorstellen und zeigen. Ich bin sogar noch selbst mitten drin, in dieser Phase! Denn mein Sohn ist gerade mal 21 Monate alt. Und doch hoffe ich, dass ich Dir als Leserin dieses Artikels ein wenig mitgeben kann und Dir den Rücken stärken darf.

 

Eingeschlossen, blockiert und eingeengt

Ich kenne es nur allzu gut. Das Gefühl, sich ständig selbst zu zerreißen. Auf der einen Seite, möchte ich nur das Beste für meinen Sohn. Ich möchte für ihn da sein, ich möchte Bedürfnisorientiert erziehen. Und trotzdem bin ich auch der Meinung, dass meine eigenen Bedürfnisse den gleichen Stellenwert haben. Genau diese Einstellung birgt großes Konfliktpotenzial und ist nicht gerade „leicht“ zu handhaben.

Als Dante auf die Welt kam, war ich wochenlang fertig und habe viel geschlafen. Doch ich bekam auch Depressionen, weil ich mich eingesperrt und eingeengt gefühlt habe. Ich mag es normalerweise einfach nicht, wenn mir Menschen zu nahe kommen. Und obwohl ich ihn über alles liebte, habe ich ihn regelmäßig anderen Familienmitgliedern zum „sitten“ übergeben. Sei das jetzt Papa, Opa oder Oma. Mir war es im Grunde egal. Hauptsache ICH konnte mich einmal in Ruhe hinsetzen und an meiner geplanten Selbstständigkeit arbeiten oder ein Buch lesen.

 

Mein Befreiungsschlag

Das meine Selbstständigkeit kommen wird, stand bereits vor der Geburt außer Frage. Denn ich hatte einen Job im Außendienst und habe meinen Mann teilweise 14 Tage am Stück überhaupt nicht sehen können, weil ich nur noch von Hotel zu Hotel getingelt bin. Und das obwohl wir zu dieser Zeit bereits zusammen wohnten. Das ich das mit Kind natürlich nicht so weiter machen konnte, war uns beiden klar. Selbstständigkeit war ohnehin ein langer Herzenswunsch von mir und so kam es mir gerade zur richtigen Zeit. Für mich war das der „Befreiungsschlag“ aus einem für mich viel zu engen Korsett.

 

Innere Zerissenheit ist normal!

Und trotzdem: Wenn sich meine Arbeit häuft und droht mir über den Kopf zu wachsen – habe ich ein schlechtes Gewissen meinen Kunden gegenüber.

Arbeite ich und kann mich nicht um mein Kind kümmern – habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht für ihn da sein kann. Auch dann nicht, wenn er weint.

 

Dein Umfeld macht die Musik – und DU den Ton!

Dazu kommt ein nicht zu unterschätzendes Umfeld. Als Dante gerade 3 Monate alt war, waren wir selbstverständlich beim Babyschwimmen. Ich wollte das unbedingt, denn ich bin eine Wasserratte… Wenigstens eine in der Familie. Und so hatte ich dort zwar meinen Spaß, wurde aber immer und immer wieder mit „Ratschlägen“ und unangebrachten „Kommentaren“ konfrontiert. Ja. Mütter machen das auch untereinander. Es sind nicht immer die bösen, alten Omis an der Supermarktkasse! Mir stieß das damals sauer auf. Und obwohl ich wusste, dass ich alles gut und nach bestem Wissen mache, habe ich mich dadurch verunsichern lassen.

 

Halt im Internet zu suchen ist Unsinn

Auch in den vermeintlichen „Facebook-Gruppen“ in denen sich Mütter (angeblich) gegenseitig unterstützen… fand ich nicht die geringste „Unterstützung“. Die wenigsten Mütter waren in der Lage wertschätzend oder zumindest sachlich zu antworten, wenn es Fragen gab. Im Gegenteil. Es wurden regelrecht verbale Attacken gefahren, wenn eine Mom mal etwas postete, was nicht dem Lehrbuch entsprach oder naiv wirkte. Wertschätzung? Unterstützung? Fehlanzeige. Übrigens ein Verhalten, dass ich unglaublich häufig beobachte. Ich war immer so naiv und glaubte, dass dieses Verhalten nur auf weniger gebildete Bevölkerungsschichten zuträfe. Doch, inzwischen bin ich eines besseren belehrt worden. Es betrifft ALLE. Von der hoch studierten Mama über die Hartz4 Empfängerin ist alles dabei. Nur die Beleidigungen werden intelligenter – aber nicht der Umgang miteinander.

Ich könnte hier noch stundenlang über meine Erfahrungen schreiben, die ich bisher gemacht habe. Bald wird mein Sohn in den Kindergarten kommen – das nächste Kapitel im „Lehrbuch für Rabenmama“ steht also an!

Und ich? Ich habe mich für meinen persönlichen Weg entschieden und diesen gehe ich nun. Egal, was andere sagen. Was ich denke und fühle, gebe ich dir hiermit in kurzen und knackigen Tipps an die Hand.

 

 

Rabenmama’s Glaubenssätze

Ich bin stark, mächtig und selbst verantwortlich.

Ich habe mich bestmöglich auf alle wichtigen Themen eingestimmt und mir Wissen angelesen um eine Entscheidung treffen zu können! (Süßigkeiten, TV-Konsum, Impfungen, Kleidung, Flourid-Tabletten, etc.)

Ich bin intelligent genug um gute Entscheidungen zu treffen.

Was andere sagen, interessiert mich herzlich wenig.

Ich bewerte nicht die Lebensweise und Denkweise von anderen Mamas.

Ich pflege einen liebevollen und wertschätzenden Umgang mit mir selbst.

Ich behandle andere so wie ich mich selbst behandle – wohlwollend.

Ich bin diejenige, die mein Kind am besten kennt. Genau darum kann ich die besten Entscheidungen treffen.

Es muss für mich und meine Familie passen – nicht für mein Umfeld.

Ich koste jeden Moment meines Lebens mit Kind aus – denn morgen könnte alles vorbei sein!

Ich stärke mein Selbstbewusstsein und mein Selbstwertgefühl täglich und in vollem Bewusstsein (Journaling, Meditation – was MIR am liebsten ist!)

Jetzt bist Du an der Reihe, liebe Rabenmama! Wie hast Du alles in den Griff bekommen? Hinterlasse mir sehr gerne einen Kommentar. 🙂 Ich freue mich auf ehrlichen Erfahrungsaustausch!

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Zum weiterlesen

Vorheriges Thema – „Das Recht darauf eine Rabenmutter zu sein“

Den nächsten Artikel findest du bei Nicole Bailer.

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Fotografin Natalie Garbotz